Лассо Орландо Лассо




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References and further reading


  • Article "Orlande de Lassus", in The New Grove Dictionary of Music and Musicians, ed. Stanley Sadie. 20 vol. London, Macmillan Publishers Ltd., 1980. ISBN 1561591742

  • James Haar: "Orlande de Lassus", Grove Music Online ed. L. Macy (Accessed March 1, 2006), Grove Music Online

  • Gustave Reese, Music in the Renaissance. New York, W.W. Norton & Co., 1954. ISBN 0393095304

  • Harold Gleason and Warren Becker, Music in the Middle Ages and Renaissance (Music Literature Outlines Series I). Bloomington, Indiana. Frangipani Press, 1986. ISBN 089917034X

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Orlando di Lasso

  • Free scores by Orlande de Lassus in the Choral Public Domain Library (ChoralWiki)

  • Free scores by Orlande de Lassus in the Werner Icking Music Archive

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Leben

Ausbildung und erste Anstellungen in Italien


Vermutlich stammte Orlando aus einfachen Verhältnissen, da Angehörige der Oberschicht ihr Geburtsdatum kannten, es über ihn aber keine gesicherten Angaben gibt. Er selbst gab meistens 1532 als sein Geburtsjahr an.

Bis zu seinem 13. Lebensjahr war er Chorknabe an der Kirche Saint-Nicolas in Mons, wo er in Schreiben, Lesen und Gesang unterrichtet wurde. Anwerber des Adels durchkämmten damals Europa (besonders die Niederlande) nach schönen Knabenstimmen. Orlando wurde wegen seiner „hellen, lieblichen Stimm“ zweimal entführt und wieder von seinen Eltern zurückgeholt. Beim dritten Mal trat er jedoch 1544 in die Dienste seines Entführers Ferrante Gonzaga, des Vizekönigs von Sizilien.

Mit ihm reiste er nach Palermo und bekam dort Zugang zu Adelskreisen. Auf zahlreichen Reisen mit seinem Dienstherrn durch Italien lernt er die italienische Volksmusik und die Improvisation der Commedia dell'arte kennen. Dies gibt ihm Anreize, selbst erste Kompositionen zu versuchen. Durch den Stimmbruch kommt es zum Ende der Anstellung bei Gonzaga. Er hatte sich inzwischen aber durch seine Kompositionen beim Adel bereits einen Namen gemacht und gute Beziehungen geschaffen. Dadurch fand er 1549 im Marchese della Terza in Neapel einen neuen Förderer und Dienstherren. In dessen Diensten lernt er in vollen Zügen das gesellschaftliche Leben der Renaissance kennen. Das humanistische Ideal des umfassend gebildeteten Menschen, Akademien (gebildete Zirkel, in denen Theateraufführungen mit Musik praktiziert wurden), Leben und Tänze am Strand, Improvisationen der Straßenmusikanten, Straßentheater in Neapel – Orlando war davon hingerissen. Dies alles beeinflusste ihn stark und wirkte sich auf seine Kompositionen aus.

Er erwarb sich umfassende Literaturkenntnisse und sprach fließend Deutsch, Italienisch, Französisch und Latein.

Als ungefähr 20-Jähriger war er 1551 für ein halbes Jahr Gast des Kardinals Altoviti von Florenz in Rom und wurde in dieser Zeit als Kapellmeister im Lateran angestellt, der ranghöchsten und nach dem Petersdom damals zweitwichtigsten Kirche Roms. Zur gleichen Zeit wirkte Giovanni Pierluigi da Palestrina in Rom. Beide sind sehr gegensätzliche Künstler: Giovanni Pierluigi, der klar, ausgewogen und klassisch komponierende serafische Kirchenmusiker und Orlando, der weltlich, unausgeglichen, extrem und dramatisch schreibende „Theaterkomponist“. Umso verwunderlicher wirkt der Schwenk hin zur Kirchenmusik.

Жизнь



Antwerpen, England, München


1554 erhielt er Nachricht von einer schwerwiegenden Erkrankung seiner Eltern (Pest?), kündigte seine Stellung – sein Nachfolger wurde Giovanni Pierluigi da Palestrina – und kehrte zurück nach Mons, wo er seine Eltern aber nicht mehr lebend antraf. Daraufhin begab er sich mit dem Abenteurer und Lautenspieler Broncaccio, einem Freund aus Neapel, auf eine Englandreise an den Hof Queen Marys der Blutigen. Seine Beweggründe für die Reise und ein eventueller politischer Hintergrund sind unklar. Er geriet in England in ein Gewirr von Intrigen, und die Reise endete mit der kurzzeitigen Verhaftung seines Freundes. Die beiden kehrten mit einem Umweg über Frankreich in die Niederlande zurück.

Im Jahr 1555 ließ sich Orlando in Antwerpen nieder, um seinen Lebensunterhalt als Musiklehrer der vornehmen Gesellschaft und – ein Novum – als freischaffender Komponist zu verdienen. Durch die Herausgabe von ca. 100 Individualdrucken seiner Motetten, Madrigale und Chansons in Antwerpen und Venedig machte er international auf sich aufmerksam und trat schlagartig in die Öffentlichkeit.

Dadurch wurde auch der junge Herzog Albrecht V. von Bayern auf ihn aufmerksam. Die Anwerbung von Musikern war damals wichtig für das Prestige der Fürsten und galt als Staatsgeschäft. 1557 trat Orlando di Lasso in die Dienste Albrechts und wurde offiziell als Tenorist angestellt, verdiente aber für diese Stellung unangemessen viel. Vermutlich übernahm er damals schon Tätigkeiten als Kapellmeister.

1558 heiratete er Regina Wäckinger, die Tochter eines Landshuter Hofkanzlisten und Bedienstete von Albrechts Ehefrau, Herzogin Anna. Die Ehe wurde sehr glücklich, nicht zuletzt da die bodenständige und praktische Regina einen Ausgleich zum temperamentvollen und extremen Wesen Orlandos bildete. Die genaue Zahl ihrer Kinder ist unbekannt, schriftlich belegt sind drei Töchter und fünf Söhne. Alle Söhne wurden Musiker, und zwei von ihnen machten sich einen Namen als Komponisten.

1560 erhielt Orlando eine Ehrenpension des französischen Königs Charles IX. Auch wenn die Gründe für diese lukrative Auszeichnung unklar sind, ist sie ein Beleg für Orlandos gute Beziehungen zum europäischen Adel.

Leitung der Münchener Hofkapelle und internationaler Ruhm


1563 erhält Orlando die offizielle Leitung über die Hofkapelle Albrechts V. Wahrscheinlich war der Übergang von seinem Vorgänger Daser zu ihm fließend. Orlando überflügelte ihn mühelos.

Die Hofkapelle war damals für die Kirchenmusik bei der täglichen Messe des Herzogs, für offizielle Festmusik, private Kammermusik und für Huldigungsmusik bei Staatsempfängen zuständig und begleitete den Herzog auch auf Reisen. Orlandos Tätigkeiten als Kappellmeister umfassten den Aufbau einer der bedeutendsten Musikkapellen Europas (1550: 19 Musiker; 1569: 63 Musiker), viele Reisen durch Europa zur Anwerbung neuer Musiker, den Unterricht von Chorknaben, die sogar in seiner Familie lebten, Proben mit den Musikern und die Komposition einer großen Zahl von Werken. Um diese Aufgaben ausfüllen zu können, begann er sein Tagwerk um vier Uhr morgens.

Orlandos Wirkungskreis war das ganze damals kulturell bedeutende Europa. Bayern war unter der Regierungszeit Albrechts eine Zeit des Friedens beschieden, und der kunstsinnige Albrecht machte aus seiner Hauptstadt München eine Kunst- und Kulturstadt: er begründete die Bibliothek, baute eine Münzsammlung auf und eröffnete die Kunstkammern. Die Fürstenhochzeit des Thronfolgers Wilhelm mit Renata von Lothringen in München 1568 war ein Höhepunkt für Orlando, der mit der Hofkapelle während der Gottesdienste und bei der Tischmusik auftrat und bei einer Commedia-dell'Arte-Aufführung mit Erfolg selbst als Schauspieler, Sänger und Lautenist mitspielte. Diese Aufführung trug zur Entwicklung des frühen Musiktheaters bei.



1570 stand Orlando auf der Höhe seines Ruhmes und wurde von Kaiser Maximilian II. in Speyer in den erblichen Adelsstand erhoben. Der Adelsstand befriedigte seinen Ehrgeiz, von der Welt geachtet zu werden, und seinen Künstlerstolz. Bei einer Reise nach Paris erhielt er das persönliche Druckprivileg (d. h. das alleinige Herausgaberecht für seine Werke) für Frankreich. 1574 erhielt er vom französischen König das Angebot, in dessen Dienste zu treten, er lehnte es aber ab.

Zweimal – in den Jahren 1575 und 1583 – gewann Orlando den Komponistenwettbewerb von Évreux, jeweils für die beste lateinische Motette.

Nach dem Tod Albrechts im Jahr 1579 erhält Orlando 1580 das Angebot des sächsischen Kurfürsten, Kapellmeister in Dresden zu werden. Er lehnte ab, weil er sich dem bayerischen Hause sehr verbunden und für einen Wechsel bereits zu alt fühlte. 1581 ging Orlando mit seinem neuen Dienstherrn Wilhelm V. dem Frommen auf Wallfahrt nach Altötting.

1584 gebot Orlandos Motette „Gustate et videte“ bei der Fronleichnamsprozession in München angeblich dem Regenwetter Einhalt. Seine Musik wurde vom Volk dadurch endgültig als „göttlich“ angesehen.

Mit 59 Jahren (1591) erlitt Orlando di Lasso einen Zusammenbruch (vermutlich einen Schlaganfall) und wurde zunehmend melancholisch und depressiv. 1592 musste er miterleben, wie aus Spargründen – die Hofhaltung war wegen zunehmender Ausgaben für den Bau der Michaelskirche zusammengebrochen – die Hofkapelle auf 17 Musiker verkleinert wurde. Am 14. Juni 1594 starb Orlando di Lasso im Alter von 62 Jahren.

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